Fasnacht in Burgau mit der Burgavia ab 1952 

Wie wir bereits wissen gab es den Anstoß zur Gründung eines Fasnachtsvereins in Burgau am Polterabend von Irmgard und Albert Vogele sen. im Januar 1950. Noch anschließend an die Polterabendfeierlichkeiten traf man sich im Hotel Post um diese Idee ausgiebig zu besprechen.

Fast zwei Jahre später wurde dann am 5. Dezember 1951, im Cafe Haugg, die Faschingsgesellschaft Burgavia ins Leben gerufen. Der Name Burgavia entstammte im Übrigen der Idee des ehemaligen Oberlehrers Norbert Schuster.

1952 regierten dann als närrische Tollitäten "Prinz Paul I. und Prinzessin Fanny I. von Burgavia". Dahinter versteckten sich Paul Geiger und Fanny Tippel. Zu einem richtigen Hofstaat gehörten ein Hofmarschall "Fernando von Kipponus" (Ferdinand Kippenhahn) und der Hofnarr "Pfiffikus der Wendige" (Karl Haugg).

    

Prinzessin Fanny I. und Prinz Paul I.  - 1952          

Der Umzug 1952 hatte das Motto "Internationales Völkertreffen in Burgau" und war wieder von A bis Z konzipiert von Maximilian Seybold. Erstmals hatte für die Durchführung des Faschings die neugegründete Faschingsgesellschaft Burgavia die Federführung übernommen.

Auf dem Bild sind von links nach rechts zu sehen:

Präsident J.Kornprobst, Elferrat Karl Haugg sen., Ferdinand Kippenhahn als Hofmarschall, Karl Haugg jun. als Hofnarr und das Prinzenpaar Fanny I. und Paul I. - 1952

Mit viel Schwung und Elan ging es dann 1953 in die nächste Faschingssaison. Es regierten die Mindelstadt "Prinz Karl II." (Karl Lessner) und "Prinzessin Dorit" (Dorle Haugg). Hofmarschall Hermann Riederle bekam den wohlklingenden Namen "Hermanikus von Hatzilo" und wurde alsbald für seine bissigen Bemerkungen allseits bekannt. Hofnarr "Fliegenbein" (Werner Schmieder) vervollständige das Gefolge.

Hofnarr Werner Schmieder, Prinzessin "Dorit" und Prinz "Karl II."

mit dem Hofmarschall Hermann Riederle

 

Man knüpfte als neugegründeter Verein die ersten zarten Bande zu den Faschingsgesellschaften "Mindelonia" (Mindelheim), Gründung 1952 und "Laudonia" (Lauingen). Zusammen mit der Burgavia wurden sie als die Mindel-Donau-Schiene bezeichnet.

 

Leider wurde im Jahr 1953 und auch 1954 kein Umzug durchgeführt.

 Seit 1953 gibt es eine nette Anekdote in Burgau. Bis dahin gab es in Augsburg in Richtung Westen nur Verkehrsschilder mit der Angabe "Günzburg". Nachdem die Burgavia ihre Fühler nicht nur nach dem Süden und dem Norden ausstreckte, sondern auch nach Augsburg, gab es plötzlich auch Schilder mit der Kennzeichnung BURGAU.

Wenn auch 1954 kein Umzug stattfinden konnte, aus mehreren heute nicht mehr genau eruierbaren Gründen, so gab es doch wieder ein imposantes Prinzenpaar. Es regierten "Prinz Leo I. und Prinzessin Katja." (Leo und Katja Fink). Nachdem auch bei einem närrischen Prinzenpaar Hofmarschall und Hofnarr nicht fehlen durften, begleitete wieder "Fernando von Kipponus" und Hofnarr "Mecki" (Fritz Merkle) die närrischen Tollitäten durch die fünfte Jahreszeit.

Faszinierend ist die Kreativität der damaligen Fasnachtsbegeisterten bei der Namensgebung der Homarschälle und Hofnarren.

"Prinzessin Katja I." und "Prinz Leo I." - 1954

Kurze Zeit nach Gründung der Burgavia gestaltete es sich bereits schwierig ein Prinzenpaar für die Fasnacht 1955 zu finden.

Da sprang den Burgavianern die Firma AFIRA (Junghans) zur Seite und engagierte ein Prinzenpaar, das dann durch "Prinz AFI" und "Prinzessin RA"  den Firmennamen in alle Munde brachte. Die Burgavia stand aber für dieses Paar, Helga Guggemos und Emil Hofmann, Pate.

Den nicht wegzudenkenden Hofmarschall verkörperte  Heinz Lang als  "von Langbein" und die Hofnarren waren nun drei an der Zahl, Manfred Thoma, Manfred Schäffler" und der viele Jahre agierende "Bimbo" (Karl Merk).

Umzug gab es auch keinen!

Von 1956 bis 1957 gab es eine absolute Faschingspause, es fanden weder Bälle noch Umzüge statt.

 

Im kommenden Jahr beleuchten wir die Jahre 1958,1959, 1960.

Bis dahin, Euch allen eine pfundige Fasnacht. Wir sehen uns doch bestimmt am Fasnachtsmeetigsumzug  z' Burga am 12. Februar 2018 !?

 

Luschtig isch dia Fasenacht, wenn mei Muadr Kiechla bacht, wenn se aber koine bacht, pfeif i auf dia Fasenacht!  HIO, HIO, HIO!“

                                                                                                         

Quellen: Norbert Kastner, Norbert Schuster sen. und jun., Archiv der Stadt Burgau Frau M. Wenni-Auinger, Archiv des Hist. Vereins Burgau Stadt und Land e.V.